Freitag, 26. Februar 2016

Gilles Legardinier: Mademoiselle Marie hat von der Liebe genug

Ach ja, wer kennt sie nicht: diese Momente, in denen man beschließt, nun endgültig genug zu haben vom Männerzirkus und ab sofort glücklich alleine durchs Leben zu wandeln? Der Pariserin Marie geht es da nicht anders. Sie schließt ein für alle Mal ab mit der Männerwelt – bis sie die Briefe eines heimlichen Verehrers erhält ...

Worum geht’s? Von ihrem langjährigen Freund frisch verlassen und ohne Dach über dem Kopf ist Marie Lavigne zunächst einmal am Boden zerstört. Als ihr Scheusal von Chef sie am nächsten Tag auch noch demütigt, werden ihr zwei Dinge klar: Nicht nur ist die Liebe Quell allen Übels, sondern es wird auch höchste Zeit, der Männerwelt an sich abzuschwören. Doch das Leben steckt voller Zauber, und Maries wunderbare Freunde lassen sie nicht lange an ihrer Bitterkeit festhalten. Und als sie geheimnisvolle Briefe von einem charmanten Verehrer bekommt, gerät ihr Entschluss, der Liebe zu entsagen, bedenklich ins Wanken...


Nachdem ich die ersten beiden Romane von Gilles Legardinier, „Julie weiß, wo die Liebe wohnt“ und „Monsieur Blake und der Zauber der Liebe“ regelrecht verschlungen habe, war ich natürlich sehr gespannt und voller Vorfreude auf sein neuestes Buch. Das Setting ist wie bei den beiden Vorgängerromanen wunderbar französisch (wir befinden uns direkt in Paris) und die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet. Jeder ist mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet und kann sein eigenes Wesen entfalten, kleine Macken und Schrullen inklusive. Noch dazu strotzt der Roman von Situationskomik – wenngleich Legardinier an manchen Stellen ein wenig übers Ziel hinausschießt.


Marie selbst ist eine sehr liebenswerte junge Frau, die manchmal dazu neigt, ihr Licht ein wenig unter den Scheffel zu stellen. Kein Wunder hatte ihr Exfreund leichtes Spiel, sie klein zu halten – im Laufe des Romans jedoch blüht sie zunehmend auf, gewinnt an Mut und Selbstvertrauen. Das merkt man besonders auch in den vielen Szenen in Maries Firma. Dort liegt einiges im Argen und Marie macht sich gemeinsam mit ein paar Kollegen daran, nach Lösungen zu suchen.

Doch trotz aller positiver Vorrede konnte es dieser Roman nicht in gleichem Maße schaffen, meine Begeisterung zu wecken, wie seine beiden Vorgänger. Es war eher wie ein Strohfeuer: ich war sehr schnell angetan von Handlung und Charakteren – aber leider wurde mir beides auch relativ schnell zäh. 100 Seiten weniger und eine etwas straffere Handlung hätten dem Buch meiner Meinung nach gut getan. Nichtsdestotrotz werde ich die Augen weiterhin offen halten, was Gilles Legardinier so treibt und bin bereits gespannt auf seinen nächsten Roman.

Bewertung 3/5

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