Donnerstag, 21. Januar 2016

Antoine Laurain: Der Hut des Präsidenten

Gut 10 Monate ist es nun her, dass ich an dieser Stelle von „Liebe mit zwei Unbekannten“ geschwärmt habe. Nun hat Antoine Laurain nachgelegt – und mit „Der Hut des Präsidenten“  ist ihm erneut ein Wohlfühlroman mit viel französischem Charme gelungen.

Worum geht’s? Die große Liebe finden, ein meisterhaftes Parfüm kreieren, der Chef des eigenen Chefs werden: Wer träumt nicht davon, seinem Leben eine neue Richtung zu geben? Und sind Träume nicht reine Kopfsache? Als Präsident Mitterand seinen Hut in einer Brasserie vergisst, setzt sein Tischnachbar ihn auf - und schlagartig ändert sich dessen Leben. Doch der Hut wandert weiter von Kopf zu Kopf, und entfaltet bei jedem seiner neuen Besitzer seine ganz besondere Wirkung.

Was für eine charmante Ausgangssituation: ein Hut, der seinem jeweiligen Besitzer zu neuem Mut verhilft, zu Kraft und Inspiration, zu Neugier und Lebensfreude. Mich erinnerte das Ganze an eine Mischung aus Märchen und Kinderbuch – die jedoch auch aus Erwachsenensicht wunderbar funktioniert. Wie das Lieblingskuscheltier, das einen vor Albträumen schützt und bei Ängsten treu zur Seite steht, wird in Laurains Roman der Hut zu einer Art „Zauberstab“. Für jeden, der ihn findet, verändert sich etwas im Leben.

Da ist zunächst Daniel, der eines Abends zufällig zum Tischnachbar von Präsident Mitterand wird (das Buch spielt im Jahr 1986) und dadurch an dessen Hut gelangt. Daniel arbeitet als Buchhalter und weiß, dass eigentlich mehr in ihm steckt und eine Beförderung überfällig wäre. Fanny dagegen befindet sich in Liebesdingen in einer Sackgasse: seit einiger Zeit ist sie die Geliebte eines verheirateten Mannes, der sich immer nur für ein paar Stunden an ihre Seite stielt und danach ins gemachte Ehe-Nest zurückkehrt. Auch wenn die Macht der Gewohnheit sie bei ihrem Liebhaber hält, weiß Fanny eigentlich, dass sie mehr vom Leben will – und auch mehr verdient hätte.

Daniel und Fanny sind nur zwei der Charaktere, deren Leben durch Mitterands Hut gewaltig aufgemischt wird. Mir hat es großen Spaß gemacht, sie und die anderen Figuren durch den Roman zu begleiten, mit ihnen über die Kraft des Hutes zu staunen und mich überraschen zu lassen, welche Wendung ihr Leben wohl nehmen mag. Wie schon Laurains Vorgängerroman liest sich auch „Der Hut des Präsidenten“ wunderbar süffig und versprüht viel französischen Charme.

Und als wäre die Handlung alleine nicht schon vergnüglich genug, hat Laurain mit dem Epilog noch ein ganz besonderes i-Tüpfelchen drauf gepackt, auf das ihr euch freuen könnt. Ich bekam auf den letzten Seiten noch einmal ganz große Augen und musste sehr schmunzeln – was für ein gelungener Abschluss!  

Von mir gibt’s somit auch für Antoine Laurains zweiten Roman eine klare Leseempfehlung!


Bewertung: 4/5

Kommentare:

  1. Dies ist sehr pädagogische Inhalte und gut für einen Wechsel geschrieben . Es ist schön zu sehen, dass einige Leute immer noch zu verstehen, wie ein Qualitäts Beitrag zu schreiben

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  2. Ich denke, dies ist eine informative Post und es ist sehr nützlich und kenntnisreich. Daher möchte ich mich bei Ihnen für die Bemühungen bedanken, die Sie in diesem Artikel gemacht haben.

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  3. Wow, was für eine großartige Post ist das ... Danke für den Austausch von Chef, halten Sie diese wertvolle Inhalte.

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