Montag, 21. Dezember 2015

Maria Lang: Tragödie auf einem Landfriedhof

„Die schwedische Agatha Christie“ – so wird Maria Lang (die „Tragödie auf einem Landfriedhof“ übrigens schon 1954 geschrieben hat) in den Werbetexten zu ihren Büchern gerne mal beschrieben. Und da ich Agatha Christie und ihre Ermittler genauso gerne mag wie Schweden, kann man mich mit dieser Kombi natürlich schnell neugierig machen.

Worum geht’s? Weihnachtszeit im schwedischen Västlinge: Das beschauliche Dörfchen liegt friedlich unter einer schönen Schneedecke und im Pfarrhaus bereitet man sich auf das Fest vor – bis ein Mord an Heilig Abend die Idylle stört. Gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern machen sich Pfarrer Ekstedt und seine Familie auf die Suche nach dem Täter, und bald wird klar, dass er immernoch im Ort unterwegs ist.

Ich muss sagen, dass mich dieser Krimi etwas zwiegespalten zurück lässt. Einerseits passt vieles: das Setting ist schön winterlich-gemütlich, auch die Handlung – die eher cosy als bloody ist – fand ich in großen Teilen ganz okay. Aber irgendwas fehlte dann leider doch. Nachdem ich mal drauf hatte, wer von den Protagonisten wer ist (mit ungewöhnlichen nordischen Namen nicht immer ganz so einfach, aber zum Glück gibt’s vorne im Buch eine Übersicht), fand ich recht gut in den Roman rein und fühlte mich bis ungefähr zur Hälfte auch einigermaßen unterhalten. Aber dann wurde es allmählich etwas zäh und ich habe gemerkt, dass mein Interesse an der Handlung und den einzelnen Figuren nachließ und sich stattdessen ein wenig Enttäuschung breit machte.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt: Ob mir einfach der Vergleich zu Agatha Christie  „im Nacken saß“ und Erwartungen geweckt hat, die der Roman dann doch nicht halten konnte; oder ob mir die Handlung auch ohne diesen Vergleich zu dünn gewesen wäre. Mir hat jedenfalls eine gewisse Raffinesse gefehlt, und ich habe mich dabei ertappt, wie ich beim Lesen ein wenig teilnahmslos wurde und nicht wie sonst üblich mitgerätselt habe, wer wohl der Mörder sein könnte und welche Spur ins Leere führen wird.

Obwohl bei mir der Funke leider nicht übergesprungen ist, würde ich „Tragödie auf einem Landfriedhof“ Lesern empfehlen, die „extremely cosy crime“ zu schätzen wissen. Fans von Agatha Christie würde ich dagegen eher zum Original raten.


Bewertung: 3/5

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