Montag, 12. Januar 2015

Wohlfühl-Lesezeit

Vielleicht kennt ihr sie auch: diese Tage, an denen man keine Lust hat auf tiefgründige und komplexe Literatur, sondern einfach gut unterhalten werden möchte, in eine Geschichte eintauchen und sich berieseln lassen. Das war bei mir über die Weihnachts- und Neujahrstage der Fall – und so habe ich zu den folgenden beiden Büchern gegriffen:

Amy Silver: Was bleibt, wenn du gehst
Dieser Roman war ein Weihnachtsgeschenk von einer lieben Kollegen, die weiß, wie sehr ich es mag, wenn Menschen in Romanen eingeschneit werden ;-) Das passiert eingangs auch hier, allerdings wird die Handlung der Gegenwart immer mehr durch die Vergangenheit überlagert bzw. durch diese begründet.
Fünf Freunde, die sich seit der Uni kennen und einst zusammen durch dick und dünn gingen, treffen sich in einem Haus in Südfrankreich – mitten in einem Schneesturm, so viel dazu ;-) Hier waren sie früher öfter gemeinsam, bis ein tragischer Unfall alles veränderte und die Freunde auf eine harte Probe stellte. Man erfährt erst nach und nach, was damals wirklich geschah, wie die Zusammenhänge und Hintergründe aussehen. Auch wer in der Clique mit wem auf welche Weise zu tun hat/hatte, wird erst allmählich aufgedeckt. Und obwohl jeder der fünf ein bewegtes Leben und seine ganz individuelle Geschichte hat, kann man die einzelnen Stränge gut auseinanderhalten und der Geschichte super folgen.
Ein unterhaltsamer – wenngleich auch wenig heiterer - Roman über Freundschaften und Beziehungen, die Schwierigkeit, sich selbst und anderen zu verzeihen und die Frage, was man sich eigentlich vom Leben wünscht und wie man seinen Weg darin findet.


Guillaume Musso: Nachricht von dir
Dieser Roman hat sich mir geradezu aufgedrängt. Ich hatte zuvor nichts von Musso gelesen, aber „Nachricht von dir“ begegnete mir gefühlt an jeder Ecke und wurde mir von unterschiedlichen Leuten empfohlen (und dabei unter anderem als „ein Roman, der Haken schlägt wie ein wildes Kaninchen“ angekündigt) – irgendwann siegte die Neugier. Und ich muss sagen: es hat sich gelohnt.
Jonathan aus San Francisco und Madeleine aus Paris stoßen im Getümmel des New Yorker Flughafens zusammen und vertauschen dabei versehentlich ihre Handys. Wir wissen ja alle zu gut, was man so alles auf seinem Smartphone mit sich herumträgt an Fotos, Emails, Nachrichten etc. – und wie verführerisch es sein muss, ein fremdes Handy zu durchstöbern, das einem versehentlich in die Hände fällt. Auch Jonathan und Madeleine können dieser Versuchung nicht widerstehen und werden nun immer weiter in die Vergangenheit des anderen verwickelt – und müssen sich auch ihrer eigenen stellen.
Aus dieser Ausgangssituation könnte sich nun ein wunderbarer Liebesroman entwickeln, und die Covergestaltung könnte das auch leicht suggerieren – aber Musso spinnt stattdessen einen Krimi daraus, der sich an zahlreichen Stellen ganz unvermittelt dreht und wendet und einem keine Chance gibt, irgendetwas selbst vorhersehen zu können. Große Klasse!


Für beide Romane gilt: Klare Leseempfehlung! 

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