Donnerstag, 13. November 2014

Herzlich Willkommen, liebe Neuzugänge!

Platz ist in der kleinsten Hütte – für gute Bücher natürlich allemal. Meine übervollen Regale und bunt in der Wohnung verstreute Türmchen ignorierend, begrüße ich heute also wieder einmal ein paar Neuzugänge in meiner Sammlung :- ) Als da wären:

Tom Hillenbrand: Tödliche Oliven

Endlich ist er da: der vierte Fall von Xavier Kieffer, Luxemburger Koch, Restaurantbesitzer und Gourmet in Personalunion. Hillenbrands ersten Krimi, „Teufelsfrucht“, habe ich damals quasi neben dem offenen Kühlschrank gelesen, denn seine Schilderungen von Luxemburger Spezialitäten und Kieffers Ausflügen in diverse Pariser Gourmettempel haben für andauernden Hunger gesorgt. Gute Unterhaltung und einen spannenden Kriminalfall gab es quasi als Zugabe. Auch „Rotes Gold“, Hillenbrands zweiter Krimi, konnte mich begeistern. Der dritte Fall, „Letzte Ernte“ war nicht so ganz meins, aber ich bin guten Mutes, dass „Tödliche Oliven“ wieder gleichauf sein wird mit den beiden ersten Büchern.

Worum geht es? Gemeinsam mit seinem Schulfreund, dem Wein- und Ölhändler Alessandro Colao, fährt Xavier Kieffer alljährlich in die Toskana, unternimmt Weinproben und fährt einige Tage darauf voll bepackt mit Wein und Öl zurück nach Luxemburg. Diesmal läuft der Trip allerdings nicht ganz nach Plan: Sein Freund versetzt ihn und Kieffer findet heraus, dass Alessandro bereits Tage zuvor ohne ihn nach Italien aufgebrochen ist – und seither hat niemand etwas von ihm gehört. Der Koch macht sich auf die Suche. Aber statt Alessandro findet er eine verlassene Mühle, Tanks voll seltsam riechenden Olivenöls und bewaffnete Männer, die gerade Öl in einen Lastwagen pumpen. Man darf gespannt sein…


Petra Bock: Mindfuck Love

Petra Bocks Bücher zu ihrer Mindfuck-Methode habe ich zwar schon öfter im Handel stehen sehen, mich allerdings nie näher damit befasst – bis ich kürzlich gesehen habe, dass sie nun auch das Thema Liebe und Beziehungen auf diese Art beleuchtet. Und da es nie schaden kann, sich mal damit auseinanderzusetzen, wie man in Liebesdingen so tickt und sich und dem jeweiligen Gegenüber das (Liebes)leben schwer macht, wurde ich neugierig.

Aber worum geht es hier eigentlich genau? Mindfucks sind Denkmuster, die unsere persönliche Entfaltung hemmen und uns klein halten. Ein paar Beispiele, die wohl jeder kennt: oft versuchen wir, es anderen recht zu machen, und vergessen darüber unsere eigenen Bedürfnisse. Manchmal neigen wir dazu, uns selbst zu kritisieren und abzuwerten, halten still, wo wir eigentlich aufmucken sollten, oder setzen uns bei irgendetwas unnötig unter Druck. Gelegentlich halten wir uns an starre Regeln, anstatt selbstbewusst unseren Weg zu gehen, und bleiben damit unter unseren Möglichkeiten. Ich bin sehr gespannt, wie Petra Bock dieses Konzept nun auf das Thema Liebe und Beziehungen herunterbricht.


Ulla Hahn: Spiel der Zeit

Auf dieses Buch freue ich mich schon seit Monaten – umso mehr hat es mich gefreut, dass ich kürzlich ein Rezensionsexemplar von der DVA erhalten habe. „Spiel der Zeit“ ist der dritte und damit leider letzte Roman um Hilla Palm, Ulla Hahns Alter Ego. Band 1, „Das verborgene Wort“, habe ich mit 16 Jahren gelesen, und ich würde behaupten, dass er maßgeblichen Anteil an meiner späteren Studien- und damit auch Berufswahl hatte. Gelesen habe ich schon immer gerne, auch klassische Literatur fand ich schon zu einer Zeit interessant, als es eigentlich gerade cool war, alles was auch nur im Entferntesten mit der Schule zu tun hatte, uncool zu finden. Aber dieser Roman hat meine Liebe zur Literatur geradezu potenziert. Wie es Hilla Palm schafft, durch ihr Interesse an der Literatur und die Macht der Phantasie ihrem  nicht gerade liebevollen Elternhaus und den Regeln der Arbeiterklasse zu entfliehen, ist einfach nur faszinierend. Lesen, Schreiben und Denken öffnen ihr die Tür zu einer völlig neuen und anziehenden Welt und haben auch bei mir einiges bewirkt – bis hin zum Literaturstudium und späterer Anstellung in einem Verlag :-)


Aber genug der Vorrede, worum geht es in diesem Roman? Nachdem „Das verborgene Wort“ Hillas Kindheit zum Thema hatte und wir in „Aufbruch“ ihre Jugendjahre und das allmähliche Erwachsenwerden begleiten konnten, treffen wir Hilla nun als Studentin in Köln. Im turbulenten Jahr 1968 versucht sie hier heimisch zu werden, erkundet die Welt der Sprache, genießt die Freiheit des Denkens und sehnt sich nach Orientierung im Leben. Ich freue mich sehr auf diese Lektüre und möchte an dieser Stelle auch noch einmal eine große Empfehlung für die beiden Vorgängerromane aussprechen – jeder, der Freude an Literatur hat, wird auch eine große Freude an diesen Schmökern haben. 

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