Dienstag, 4. November 2014

Heike Wanner: O du fröhliche Weibernacht

Der erste Satz: Die Geschäftsleitung möchte Sie hiermit ganz herzlich zu unserer DIESJÄHRIGEN WEIHNACHTSFEIER einladen.
Wann und wo? Hamburg und He
lgoland im Dezember 2013
Das Accessoire zum Buch: Heißgetränke in rauen Mengen


Ich gebe es zu: ich l-i-e-b-e Weihnachtsromane. Und während ich von Januar bis Oktober Romane, die allzu schnulzig und liebeslastig sind, eher weiträumig umgehe, kann es in den zwei Monaten danach gar nicht schnulzig genug werden. Von Singledasein und Liebeskummer geplagte Menschen, die inmitten von Schnee und Sturm ihr persönliches Weihnachtswunder erleben? Immer her damit! Auch dieses Jahr habe ich mir wieder einen schönen Stapel Weihnachtslektüre angehäuft, und auch mein e-Reader ist gut bestückt und wird mir die Zeit bis Heilig Abend (und vermutlich auch noch ein wenig darüber hinaus) versüßen.

Den Anfang im weihnachtlichen Lesereigen macht dieses Jahr Heike Wanner mit „O du fröhliche Weibernacht“, erschienen bei Ullstein – vielen Dank an dieser Stelle für mein Rezensionsexemplar! Heike Wanner kannte ich bereits von ihrem Roman „Weibersommer“, den ich Anfang des Jahres gelesen habe: ein richtiger Wohlfühlroman, der mir gut gefallen hat. Und auch mit diesem Weihnachtsroman hat mir die Autorin wieder einige schöne und gemütliche Lesestunden bereitet.

Worum geht es? Beim Hamburger Unternehmen „Sonne und Seife“ steht die Weihnachtsfeier vor der Tür – dieses Jahr wird jedoch nicht einfach nur schick essen gegangen, sondern direkt ein dreitägiger Ausflug nach Helgoland unternommen, Teambildungsmaßnahmen und lustige Spielchen inklusive. Das Prinzip, nach welchem bei „Vergnügungsfahrten“ dieser Art die Zimmerverteilung geregelt wird, kennt man ja: das Los entscheidet, und man erwischt prinzipiell immer die Zimmergenossen, die man eigentlich so gar nicht im Bett nebenan haben möchte. So geht es auch unserer kleinen Schicksalsgemeinschaft, die wir in diesem Roman begleiten (die anderen Angestellten werden mit Ausnahme des Chefs in der Handlung tatsächlich völlig ausgeblendet): die etwas verstockte Chefsekretärin Ulrike, die ehrgeizige Jana, die zurückhaltende Miriam und die resolute Cordula bilden „Team Zimtstern“ und teilen sich damit nicht nur das Zimmer, sondern müssen auch die gestellten Aufgaben gemeinsam bewältigen. Durch gewisse Umstände – die ich hier nicht verraten will, da ich spoilern müsste – müssen die vier ihren Aufenthalt auf der Insel unfreiwillig verlängern, da ein Schneesturm die Fähr- und Flugverbindungen ans Festland kappt.

Wer wie ich Weihnachtsromane mag oder einfach auf der Suche ist nach leichter Lektüre für gemütliche Winterabende, der ist bei diesem Buch bestens aufgehoben. Die vier Mädels, die im Mittelpunkt der Handlung stehen, sind ebenso unterschiedlich wie liebenswert (wenn auch nicht jede von Anfang an), und es macht einfach Spaß zu entdecken, welche Geschichten sie mit sich herumtragen und warum sie so sind, wie sie sind. Jede der Damen ist für die Handlung wichtig, hat ihren eigenen Erzählstrang und macht im Laufe des Romans eine gewisse Entwicklung durch – natürlich auf Ebene eines Unterhaltungsromans. Komplexe Charakterpsychologie sollte man eher nicht erwarten, aber das ist ja auch nicht das Ziel des Romans.

Ein toller Startschuss für meine diesjährige Weihnachtslesezeit und daher eine klare Leseempfehlung!


Bewertung: 4/5 

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