Montag, 27. Oktober 2014

Lauren Graham: Someday, Someday, Maybe

Der erste Satz? „Beginn whenever you’re ready“, comes the voice from the back of the house.
Wann und wo? 1995, New York City



Lauren Graham ist den meisten wohl besser bekannt als Lorelai Gilmore aus der US-Kultserie „Gilmore Girls“. Ich selbst habe mir keine Folge der sieben Staffeln  entgehen lassen und war entsprechend begeistert (wenngleich auch überrascht), als plötzlich ein Roman von Graham in den Buchhandlungen lag. Bisher gibt es ihn nur im englischen Original zu lesen, Ende Januar erscheint jedoch die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Lieber jetzt als irgendwann“ beim Fischer Verlag.

Worum geht es? Wir schreiben das Jahr 1995, befinden uns in New York City und treffen dort auf Franny Banks, die mit einer Deadline im Nacken lebt. Vor zweieinhalb Jahren war sie in die Stadt gezogen, um ihre Schauspielkarriere voran zu treiben, und hat sich damals geschworen: wenn ich es innerhalb von drei Jahren nicht an den Broadway geschafft habe, hänge ich die Schauspielerei an den Nagel, werde Lehrerin, heirate meine Jugendliebe und ziehe wieder zurück in die Provinz. Leider ist ihre Bilanz bei Anbruch der letzten sechs Monate dieser Frist eher mäßig erfolgreich: alles, was Franny bisher ergattern konnte, sind ein paar Auftritte in schlechten Werbespots und eine Stelle als Kellnerin in einem heruntergekommenen Comedy-Club. All ihre Hoffnungen ruhen nun auf der kommenden Talentshow ihrer Schauspielklasse, bei der auch Agenten im Publikum sein werden.

Ganz getreu dem altbekannten Leitsatz „write what you know“ hat sich Lauren Graham für ihren ersten Roman also ein Thema ausgewählt, das ihr nur allzu gut vertraut ist. Sie selbst schauspielert seit der Grundschulzeit, hat Schauspiel studiert und ist anschließend (Anfang der 90er…) nach New York gezogen, war seither in Serien, Filmen und am Broadway aktiv. Man kann sich gut vorstellen, was sie in diesen Jahren so alles erlebt hat an kuriosen Jobs, bizarren Situationen beim Vorsprechen für eine Rolle, Enttäuschung, wenn es doch wieder eine Absage wurde, und dem Druck, der vor allem auf den Frauen im Business lastet, grundsätzlich dünn, bestens gelaunt und makellos zu sein. Diese Erfahrungen hat sie nun in ihren Roman einfließen lassen, und gerade darin liegt wohl auch sein Reiz: man bekommt als Leserin den perfekten Blick durchs Schlüsselloch von einer, die es wirklich wissen muss. Noch dazu schimmern immer mal wieder die „Gilmore Girls“ durch die Zeilen, denn die Dialoge im Buch sind genauso witzig und auf den Punkt, wie wir es aus der Serie kennen und lieben. Man merkt ihrem ersten Roman deutlich an, dass Graham in ihrem Schauspielerleben mit so manchen genialen Drehbuchautoren zu tun hatte und sich einiges von ihnen abschauen konnte.

Mir hat es viel Spaß gemacht, Franny durch den Roman zu begleiten und ich bin schon gespannt, wann es wieder etwas von Lauren Graham zu lesen gibt (ja, sie arbeitet bereits an einem neuen Roman). Klare Leseempfehlung für alle Fans der „Gilmore Girls“ sowie alle, die nach einem Roman suchen, der sich bei miesem Herbstwetter gemütlich weglesen lässt und die Laune hebt.     

Bewertung: 4/5


Kommentare:

  1. Huhu,
    wie cool, dass du das Buch auch gelesen und vorgestellt hast. Ich habe das bereits Anfang des Jahres gemacht und war auch echt begeistert. Eine gute Wahl :) Von Lauren Graham kann man nicht genug kriegen. Ich mag sie auch in der Serie "Parenthood" total gerne. Leider kommt man an die Serie nur schwer ran.

    LG
    Madeleine

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  2. Hey Madeleine,

    ja, Lauren Graham ist wirklich super, in letzter Zeit schaue ich wieder öfter meine GG-DVDs an. "Parenthood" habe ich mir noch nicht angeschaut, aber das kommt sicher noch.

    LG
    Kerstin

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