Montag, 15. September 2014

Herzlich willkommen, liebe Neuzugänge!

Der Start in die neue (Bücher)Woche wird ein wenig historisch mit diesen drei Neuzugängen, über die ich mich riesig freue. Ich heiße in meinem Bücherregal willkommen:



Auf dieses Taschenbuch freue ich mich schon sehr lange, denn bisher habe ich nur Positives über „1913“ gehört, und die Seiten, die ich in der Buchhandlung quer gelesen habe, waren sehr vielversprechend. Aus irgendeinem Grund hat hier immer die Vernunft bzw. der Gedanke an die Höhe meines SuB verhindert, dass ich in die Hardcover-Variante investierte – aber so konnte ich immerhin die Vorfreude hinauszögern ;-) Für alle, die noch nicht wissen, worum es im Buch genau geht, zitiere ich kurz aus dem Verlagstext: „1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich.“  

Proust wird auftauchen, Benn und Lasker-Schüler, Strawinsky, Kafka und Joyce, und sicher noch einige andere illustre Gestalten. Ich finde, das klingt nach einem richtig großen Lesevergnügen, oder?



Ein Roman, auf den ich erst kürzlich aufmerksam wurde, als er im Taschenbuch erschien. Wobei: Eigentlich wurde ich zunächst gar nicht auf den Roman direkt aufmerksam, sondern auf Robert Seethaler, der nach Ansicht einiger Kritiker auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis fehlte, und mir dadurch erst so richtig ins Bewusstsein geriet. Ein paar Tage später stand ich in der Buchhandlung dann plötzlich vor seinem Roman „Der Trafikant“, der bei Kein & Aber erschien und – jetzt kommt’s – keinen Goldschnitt hat, wie man ihn zum Beispiel von Bibeln kennt, sondern einen „Türkisschnitt“. Super Idee vom Verlag, die Pocket-Reihe mit solchen Details auszustatten, toller Wiedererkennungswert.

Warum hat mich das Buch direkt so angezogen? Nun, zum einen spielt es in Wien, eine Stadt, die ich sehr mag. Zweitens taucht Sigmund Freud im Roman auf, den ich sehr spannend finde. Er freundet sich mit der Hauptperson, dem 17-jährigen Franz Huchel, an, der sich wiederum in eine Varietétänzerin namens Anezka verliebt – und natürlich seinen Freund und vermeintlichen Frauenexperten Freud um Hilfe bittet, worauf sich laut Verlagshomepage herausstellt „dass dem weltbekannten Psychoanalytiker das weibliche Geschlecht ein mindestens ebenso großes Rätsel ist wie Franz.“  



Eines meiner absoluten Lieblingsbücher und meiner Meinung nach der beste Krimi ever ist „Mord im Orient-Express“ von der großartigen Agatha Christie. Ich habe es zig Mal gelesen, nahezu genauso oft die Verfilmung gesehen (natürlich die von 1974 mit Ingrid Bergmann und Sean Connery) – und nun gibt es einen neuen großen Roman, der diesem Zug gewidmet ist. Monferat (übrigens das Pseudonym eines deutschen Autoren und Historikers) hat einen richtigen Wälzer geschrieben: 758 klein bedruckte Seiten, wie gemacht für lange Herbstabende, wenn es draußen ungemütlich und nasskalt ist und man sich drinnen einfach nur mit einem tollen Schmöker einigeln möchte.

Die Fahrt des Orient-Express beginnt am 25. Mai 1940 in Paris. Die deutschen Panzer stehen bereits vor den Toren der Stadt und allmählich macht sich Unruhe breit: Wer dringend fliehen muss, für den ist nun die letzte Gelegenheit dazu gekommen. An Bord des Zuges versammelt sich eine schicksalhafte Reisegesellschaft: Ein Balkanfürst, der die Herrschaft über sein Land zurückfordern will und seine jüdische Geliebte im Schlepptau hat. Ein deutscher, ein russischer Großfürst auf der Flucht sowie eine Stummfilmdiva, die das Vergessenwerden mehr fürchtet als den Krieg. Ebenfalls an Bord befinden sich Agenten aller kriegführenden Mächte. Und was niemand ahnt: Im Zug befindet sich etwas, nach dem Hitler seine Truppen in ganz Europa suchen lässt. Die Fahrt steht von Anfang an unter einem schlechten Stern.

Zwischen den beiden Buchdeckeln steckt also jede Menge Brisanz, und ich bin gespannt wie ein Regenschirm, was auf der Fahrt zwischen Paris und Istanbul passieren wird. 

Übrigens hat Rowohlt auch eine wunderbare Homepage für diesen Roman gezaubert: http://www.welt-in-flammen.de/

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