Freitag, 15. August 2014

Neuzugänge für schöne Lesestunden

Juhu, heute ist es mal wieder soweit – meinen stetig wachsenden SuB tapfer ignorierend heiße ich  gleich drei Neuzugänge bei mir willkommen. Zwei dieser Bücher standen schon seit dem Durchblättern der Herbstvorschauen auf meiner Wunschliste (und mal ehrlich: welcher Mensch, der Bücher mag, kann sich Katarina Bivalds Roman entgehen lassen?). Dass ich Ursula Naumanns Buch über Schiller ebenfalls ganz dringend lesen muss, weiß ich dagegen erst seit wenigen Tagen – mehr dazu unten…


Katarina Bivald: Ein Buchladen zum Verlieben
Wow, stellt euch das mal vor: eine Buchhandlung ohne langweilige Kategorien wie „Belletristik“ oder „Freche Frauen“ (führt für mich immer noch die Negativ-Hitliste aller Buchhandelskategorien an) und stattdessen Dinge wie  „Die verlässlichsten Autoren“, „Keine unnötigen Wörter“ oder „Für gemütliche Sonntage im Bett“. Die Buchhandlung meines Vertrauens ist zwar zum Glück noch klein, fein und inhabergeführt, und bemüht sich wirklich, den Kunden immer mal wieder originelle Aktionen zu bieten – aber davon ist sie dann leider doch noch eine kleine Ecke entfernt. Und so bleibt mir vorerst nichts, außer mich auf die Lesereise nach Broken Wheel in Iowa zu machen und mich von  Saras Buchhandlung überraschen und (hoffentlich) verzaubern zu lassen. Ich bin sehr gespannt, welche Kategorien und Aktionen sie sich ausdenkt, welche Bücher im Roman Erwähnung finden und wie vor allem die Dorfgemeinschaft auf all dies reagiert.
Ich wollte mir das Buch eigentlich direkt diese Woche kaufen, aber da bei Lovelybooks gerade eine Buchverlosung startete, habe ich diese noch abgewartet – und gehöre tatsächlich zu den glücklichen Gewinnerinnen. Ich kann es kaum fassen, da sich dieses Mal über 400 Leserinnen beworben hatten. Da freut man sich dann umso mehr :-)
Noch ein nettes Detail am Rande: die Autorin kommt übrigens nicht aus Iowa, sondern aus Schweden. Und mehr noch: sie war selbst noch nie in den USA, und hat das ländliche Amerika lediglich als Handlungsort gewählt, da es ihr durch die Romane ihrer Jugend so vertraut scheinen. Witzig, oder?

Klara Nordin: Totenleuchten

Jokkmokk am Polarkreis: Eiseskälte, Neuschnee und zugefrorene Seen, Husky-Rennen, samischer Wintermarkt – und plötzlich ein grausamer Mord an einem Jungen, der eigentlich sehr beliebt war im Dorf.  
Den Erscheinungstermin von Klara Nordins erstem Krimi hatte ich mir schon lange im Kalender angestrichen. Ich war letztes Jahr selbst im schwedischen Lappland auf einer Wanderreise und einfach nur begeistert von dieser unberührten Landschaft, der Stille und Weite. Auch über die Samen habe ich auf dieser Reise einiges erfahren, und so finde ich es umso spannender, dass dieser Krimi mit ihnen zu tun hat und uns einen Einblick in dieses Volk gewährt. 
Klara Nordin ist übrigens das Pseudonym einer deutschen Autorin, die ursprünglich aus Heilbronn stammt, 2001 jedoch nach Schweden ausgewandert ist und nun selbst in Jokkmokk lebt.



Ursula Naumann: Schiller,Lotte und Line

Kennt ihr schon den Film „Die geliebten Schwestern“? Er ist vorletzte Woche angelaufen und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen! Ich habe ihn zusammen mit einer guten Freundin angeschaut, die Deutschlehrerin ist und hinterher meinte: „Mensch, wenn meine Schüler wüssten, was Schiller so alles getrieben hat, würden sie sich vielleicht endlich mal für seine Dramen interessieren“. Das würde ich durchaus auch so sehen.
Worum geht es genau? Im Mittelpunkt stehen die beiden Schwestern Caroline von Beulwitz (toll gespielt von Hannah Herzsprung) und Charlotte von Lengefeld. Caroline ist unglücklich verheiratet, die schüchterne Charlotte dagegen noch ledig. Die beiden sind ein Herz und eine Seele, auch dann noch, als Friedrich Schiller in ihr Leben tritt und sich beide unsterblich in ihn verlieben. Die beiden Schwestern laden ihn ein, den Sommer bei ihnen zu verbringen, und so entspinnt sich nach und nach eine Ménage à trois, die auch von allen dreien so gewollt ist – zumindest anfangs. Denn wenn zwei Frauen Gefühle für denselben Mann haben, und derjenige ebenfalls beide liebt, ist das Potenzial, dass diese Sache den Dreien irgendwann um die Ohren fliegt, nicht gerade klein.
Am Tag nach meinem Kinobesuch habe ich erfahren, dass der Film zu großen Teilen auf dem Buch von Ursula Naumann beruht. Da Schiller und die beiden Schwestern nicht viele verlässliche Dokumente hinterlassen haben, steckt hinter Buch und Film eine ganze Menge Recherchearbeit und ich bin wirklich gespannt, was mir das Buch noch an zusätzlichen Details bietet, die über den Film hinausgehen. Ein spannender und leider allzu unbekannter Ausschnitt aus dem Sturm und Drang der deutschen Literaturgeschichte.

So, ich bin in den nächsten Tagen also erst einmal beschäftigt und freue mich auf schöne Lesestunden. Was lest ihr gerade so?




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