Montag, 25. August 2014

Die Montagsfrage


Neue Woche, neue Aktion – zumindest für mich. Denn ab dieser Woche möchte ich mich gerne bei der Montagsfrage von Libromanie beteiligen. Diesen Montag dreht sich die Frage um das abgefahrenste Buch, das man je gelesen hat. Ich musste nicht lange darüber nachdenken: bei mir ist es eindeutig „Keiner weiß mehr“ von Rolf Dieter Brinkmann. Ich habe es vor einigen Jahren an der Universität in einem Literatur-Hauptseminar über die RAF gelesen und es war stellenweise so abgefahren, dass ich es erst einmal kurz aus der Hand legen musste und erst nach einem tiiieefen Durchatmen wieder weiter las – wir reden hier darüber, dass in sehr schillernden Farben beschrieben wird, wie mithilfe einer Stricknadel eine Abtreibung durchgeführt werden soll und dergleichen mehr. Auch in unserem Seminar wurde heftig über das Buch diskutiert, manche haben sich sogar geweigert, es zu Ende zu lesen.


Marcel Reich-Ranicki beschrieb das Buch als „kühn und radikal“, was ich nur unterschreiben kann. Für mich war es unterm Strich ein Buch, dass ich trotz einigen verstörenden Passagen gerne gelesen habe, da es mir einen ganz unmittelbaren Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer – wie ich finde – hochspannenden Generation der deutschen Nachkriegsgeschichte geboten hat. 

1 Kommentar:

  1. Das klingt sehr brutal, aber auch spannend. Irgendwo habe ich das mit der Abtreibung und der Nadel schonmal gehört...

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