Mittwoch, 6. August 2014

Die erste Rezension...

Valentina Pattavina, Die Buchhändlerin von Orvieto

Der erste Satz: Seht ihn euch an, diesen schmutzgelben Felsen: ein Sockel aus Tuffstein mit abschüssigen Flanken, umgeben von Wäldern und Weinbergen.
Wann und wo?
Orvieto – ein fiktiver Ort irgendwo in der italienischen Provinz. Eine Handlungsebene spielt vor zehn Jahren, eine jetzt.
Das Accessoire zum Buch: ein kleines Gläschen vino bianco


Kennt ihr das, wenn ihr euch lange auf ein Buch freut und euch beim Lesen des Rückseitentextes sowas von felsenfest sicher seid, dass das EUER Buch wird? Und dann doch davon enttäuscht werdet? So ging es mir leider mit der Buchhändlerin von Orvieto. Ich hatte den Roman schon im Visier, als es ihn nur im Hardcover gab und bin dann direkt beim Erscheinen des Taschenbuchs in die Buchhandlung getigert. Die Freude wich aber leider relativ flott nach den ersten gelesenen Seiten.

Worum geht es? Matilda, ursprünglich aus Rom, nun aber des Stadtlebens überdrüssig, landet im beschaulichen Orvieto, wo sie auch prompt eine Stelle in der schönsten (einzigen?) Buchhandlung des Ortes ergattert. Diese wird von Professor Paolini betrieben, dessen Sohn Michele kurz darauf auch noch auftaucht und einen alten als Selbstmord abgelegten Todesfall aufklären möchte. Matilda begleitet ihn auf seiner Recherchetour. Nebenbei scheint sie auch in ihrer eigenen Vergangenheit etwas aufzuarbeiten zu haben, das mittels eingestreuter Briefe geschieht.

Ich hatte vor ein paar Jahren „Und immer wieder Liebe“ von Paola Calvetti regelrecht verschlungen und seither noch ein paar Mal wieder gelesen. Irgendwie hatte ich mir erhofft, dass mich dieser Roman nun ähnlich packen wird, da die Story nicht ganz unähnlich ist und auch hier eine Buchhandlung im Zentrum steht – oder zumindest macht einem der Verlagstext glauben, dass dem so sei. Letztendlich spielen die Buchhandlung und Mathildas Liebe zur Literatur jedoch nur eine kleine Nebenrolle und der Roman als Ganzes verliert sich eher in zwei Nebenhandlungen, von der mich eine erst ganz am Ende bei ihrer Auflösung berührt (das ist die mit dem Todesfall) und die zweite (das ist die mit den Briefen) einfach völlig überflüssig ist, da sie meiner Meinung nach viel zu wenig ausgearbeitet ist, um als richtiger Handlungsstrang zu funktionieren und uns Mathilda als Charakter näher zu bringen, und mehr wie ein Fremdkörper wirkt.

Nun, wie gesagt, ich bin leider nicht wirklich warm geworden mit diesem Roman und den darin vorkommenden Charakteren. Ich vergebe 2 von 5 möglichen Punkten für die Idee dahinter und ein paar interessante Ansätze, die dann aber doch leider alle im Sand verlaufen.

Bewertung: 2/5

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